Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften e.V.

Amarante - Fontenay-aux-Roses - Sturgis - Ząbkowice Śląskie
La commémoration de l'Armistice du 11 novembre 1918

Fontenay-aux-Roses/Wiesloch. Es ist schon ein beeindruckender Moment, wenn bei der Gedenkveranstaltung zum Waffenstillstand 1918 am Ehrenmal einer französischen Gemeinde zunächst vom Vertreter der Bundesrepubik Deutschland ein Kranz niedergelegt wird, dann vom Vertreter der Russischen Föderation, wenn nacheinander die Nationalhymnen Deutschlands, Russlands und Frankreichs erklingen.
Wie seit zehn Jahren waren auch in diesem Jahr wieder Vertreter der Stadt Wiesloch zur „cérémonie de commémoration du 11 novembre“ in die französische Partnerstadt Fontenay-aux-Roses eingeladen. An diesem nationalen Feiertag gedachte die französische Nation traditionell der Toten des ersten Weltkriegs, der „Grande Guerre“ wie man in Frankreich sagt. Seit 2012 gilt der Tag offiziell dem Gedenken der Toten aller Kriege.
Für die Stadt Wiesloch legten Oberbürgermeister Dirk Elkemann und der Vorsitzende des Freundeskreises der Wieslocher Städtepartnerschaften, Stadtrat Klaus Rothenhöfer, einen Kranz am Ehrenmal nieder. Dirk Elkemann führte in seiner französisch vorgetragenen Rede unter anderem aus:
Der Krieg ist als politischer, wirtschaftlicher und struktureller Zusammenbruch des bisherigen Europas zu sehen; er hinterließ dramatische Lücken in der Demographie und erzeugte eine bis dahin nicht gekannte soziale Not. Das Kriegsende am 11. November 1918 war nicht nur eine Erlösung für die Alliierten. Es hat alle am Krieg Beteiligten vor weiterem Blutvergießen bewahrt. So war vor 99 Jahren für alle ein erlösender Tag. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie uns - die ehemaligen Feinde und Kriegsgegner - seit Jahren zu dieser Feier einladen.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung traf man sich zur Enthüllung einer Gedenktafel an Raymond Lesueur, dem 2014 der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ zugesprochen wurde. Dieser Ehrentitel wurde in Israel nach der Staatsgründung 1948 für nichtjüdische Einzelpersonen eingeführt, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten. Die Vertreterin des „comité Français pour Yad Vashem“ würdigte Raymond Lesueur, der 1942 bis 1944 als damals 19-Jähriger eine jüdische Familie versteckte und damit vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrte. Im Anschluss an ihre Rede erklangen die israelische und die französische Nationalhymne.
Neben der Teilnahme an der Gedenkveranstaltung blieb ausreichend Zeit, die vielen persönlichen Kontakte zu vertiefen und die aktuelle politische Situation in Deutschland und Frankreich, aber auch in Fontenay-aux-Roses und Wiesloch zu diskutieren. Die Europainitiativen von Präsident Macron wurden ebenso angesprochen wie die Berliner Koalitionsverhandlungen, die Verwerfungen im Gemeinderat von Fontenay-aux-Roses ebenso wie die Stadtentwicklung in Wiesloch. Weiter wurden Ideen für Partnerschaftsaktivitäten im kommenden Jahr diskutiert.


vorwaerts
© Klaus Rothenhöfer 2017                   Optimiert für Firefox                  Zurück zur Startseite